Ein neuer Vierzylinder aus China, der bereit ist, die Mittelklasse-Szene aufzumischen. Die Kove 450R bietet ein leichtes Fahrgefühl, sanfte Leistung und Alltagstauglichkeit zu einem Preis, den Fahrer wirklich erreichen können.
Erster Eindruck: Vertraute Optik, solide Verarbeitung
Auf den ersten Blick wirkt die Kove 450R erstaunlich vertraut, wie eine Mischung aus CFMotos 450NK und QJMotors SRK 400. Das Rücklicht und die Sitzbank erinnern an die 450NK, während der Rahmen an das Design der SRK erinnert. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht auch nicht – die Verarbeitungsqualität wirkt jedenfalls solide, keineswegs billig.
Die Front wirkt scharf, hervorgehoben durch einen modernen LED-Scheinwerfer und ein TFT-LCD-Instrumentenpanel, das klar und reaktionsschnell ist. Die Sitzhöhe liegt bei 795 mm, ideal für malaysische Fahrer unterschiedlicher Größe. Die Maschine rollt auf CST S1-Reifen (120/70 vorne, 160/60 hinten), vorne sorgen 41-mm-USD-Gabeln für Stabilität, hinten gibt es ein einstellbares Monoshock-Federbein – ein respektables Setup für dieses Segment.
Fahrerlebnis: Leicht, drehmomentstark und selbstbewusst
Beim Aufsteigen auf die 450R wirkt sie zugänglich – ideal für den täglichen Einsatz oder auch für kleinere Fahrer, einschließlich Frauen.
Zündung an, und der Vierzylinder erwacht mit einem sanften, kultivierten Brummen. Er ist nicht zu laut (dank Euro-4-Norm), aber dennoch befriedigend. Die Kupplung ist leicht, die Gasannahme präzise und die Kraftentfaltung? Ja, seidig glatt und gleichzeitig überraschend stark.
Mit 65,3 PS zieht er selbstbewusst durch die Drehzahlen. Bevor ich den vierten Gang einlegte, warf ich einen Blick auf das TFT-Display: Schon 134 km/h. Schnell, mühelos und stabil. Der Motor wirkt gut ausbalanciert und liefert das süchtig machende Vierzylinder-Feeling, ohne einschüchternd zu sein.
Handling, Fahrwerk und Bremsen
Das Handling ist präzise und vorhersehbar. Die Kraftentfaltung verläuft linear, nicht ruckartig – anfängerfreundlich, aber auch für erfahrene Fahrer lohnend.
Das Fahrwerk übertrifft die Erwartungen. Kove teilt Dämpfungsdaten aus ihrem Rennzentrum in Spanien, und das merkt man. Die Fahrt wirkt auch in kurvigen Abschnitten ruhig und kontrolliert.
Gebremst wird mit Taisco-Bremsen, einem chinesischen Hersteller, der Komponenten für Kove und andere Marken liefert, darunter auch Teile, die beim Dakar-Rallye-Testing eingesetzt werden. Die Bremsen packen selbstbewusst zu, das ABS arbeitet sanft und die Traktionskontrolle (TCS) gibt ein zusätzliches Sicherheitsgefühl. Kein Wunder, dass ein Wheelie mit aktiviertem TCS etwas seltsam wirkt.
Auch die serienmäßigen Reifen halten in Schräglage gut. Kurvenfahrt fühlt sich natürlich und stabil an – perfekt für den täglichen Pendelverkehr oder Wochenendausflüge.
Leistung und technische Daten
Mit einem guten Preis setzt die Kove 450R ein starkes Statement als günstigster Inline-Vierzylinder-Streetfighter ihrer Klasse. Unter dem Tank arbeitet ein 443-ccm-Vierzylinder, der 65,3 PS bei 12.000 U/min und 40 Nm bei 9.000 U/min liefert, bei einem Leergewicht von nur 164 kg. Laut Kove kann die Maschine 205 km/h erreichen.
Außerdem gibt es zwei 300-mm-Scheiben vorne, eine Scheibe hinten, ABS, Traktionskontrolle, LED-Projektionsscheinwerfer, TFT-Display mit Bluetooth und Wi-Fi, zwei Fahrmodi (Eco und Sport) und sogar Launch Control direkt integriert.
Fazit: Solide Maschine für Alltag und Wochenende
- Die Kove 450R ist ein solides, ausgewogenes Motorrad. Sie ist sanft, stabil, leistungsstark und für ihren Preis überraschend hochwertig verarbeitet.
- Kove hat die wichtigsten Punkte getroffen: Leistung, Zugänglichkeit und Design – alles verpackt in einem erschwinglichen und aufregenden Paket.
- Für neue Fahrer ist sie zugänglich. Für erfahrene Fahrer eine spannende Zweitmaschine oder Alltagsmaschine. Für alle zeigt sie, dass die Mittelklasse-Vierzylinderszene bald deutlich interessanter wird.
- Wer sich in der 400–500-ccm-Klasse nach etwas Neuem umsieht, sollte der Kove 450R unbedingt einen Blick gönnen.

