Royal Enfield gibt Gas beim Customizing. Ein Superbike der Continental GT 650 von der Crazy Garage aus Süd-Korea ist das neueste Werk.

In Europa ist Royal Enfield einer von Vielen und einer von den Kleinen. In Indien geht kein Weg an der seit 1901 durchgehend produzierenden Marke vorbei. Happy Birthday zu 120 Motorrad-Jahren. Entsprechendes Spielgeld ist vorhanden, um zu meist asiatischen Customizern ein Motorrad hinzustellen und sagen: "Mach mal".

Royal Enfield Custom GT 650 RS

Die Crazy Garage aus Süd-Korea nimmt eine Continental GT 650 und baut aus dem zahmen Modern Classic-Modell ein heftiges Superbike. Eyecatcher am Royal Racefield getauften Umbau ist die Einarmschwinge: Sie stammt von einer Honda VFR 400 R und stützt sich nun über ein TTX-Federbein von Öhlins zentral am angepassten Rohrrahmen ab. Ebenfalls schwedisch federt und dämpft die Front mittels einer 43er-USD-Gabel mit axial montierten Brembo-Sätteln. Unter Druck setzt die ABS-lose Brembo-Anlage eine einstellbare RCS-Pumpe aus gleichem Haus. In der Gabel dreht sich nun eine Alufelge von Marchesini in 17 Zoll. Damit gleicht sich das Vorderrad der originale VFR-Felge hinten an. Beide sind mit Semislicks von Metzeler bezogen.

Der Motor erfährt eine Leistungskur mit hoher Verdichtung, scharfen Steuerzeiten und neuem Mapping.

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Power-Twin

Der Motor der 650er-Enfield leistet aus 648 Kubik in Serie gute 47 PS. Die Crazy Garage erkennt hier den Zielkonflikt mit einem reinen Rennmotorrad und sucht nach mehr Power. Bringen soll die klassisches Motortuning. Die Crazy Garage verbaut aus dem Programm von S&S Cycles aus den USA hochverdichtende Kolben und scharfe Nockenwellen. Die Kompression steigt von 9,5 auf 11,0:1 und die Ventile öffnen weiter und bleiben länger offen. Zusammen mit einer doppelläufigen Auspuffanlage im GP-Style, dem fehlenden Luftfilter und der Abstimmung per Power Commander galoppieren zwar ungenannte aber garantiert mehr Pferde als zuvor.

Die Einspritzung wird nun vom Tank unter der Sitzbank mit Brennbarem versorgt. Neun Liter Sprit stehen zu Verfügung. Was nach Tank aussieht ist einfach nur eine Blase aus Blech – dafür eine hübsche. Am Lenkkopf steckt die USD-Gabel in angepassten Gabelbrücken einer Ducati. Lenkerstummel mit der Optik und Länge eines Superbikelenkers geben Kontrolle über die Royal Enfield. Das Cockpit gibt sich minimalistisch: ein analoger Drehzahlmesser dominiert, ein kleines LC-Display informiert, zwei LEDs warnen in letzter Instanz. Nach vorn begrenzt eine AMA-Superbike-Nummerntafel mit eingelassenem Projektionsscheinwerfer und dem darunter sitzenden Ölkühler.

  • Die Royal Enfield Continental GT 650 inspiriert zu einem Superbike.
  • Es gibt bei S&S Cycles richtig viel Tuningmaterial für die Enfield.
  • Royal Enfield baut seit 120 Jahren durchgehend Motorräder.